Christoph Schwabe

Christoph Schwabe |  Foto: Uta Gau

Christoph Schwabe

ist ein deutscher Musiktherapeut, Maler, Musiker und Autor.

Dr. Christoph Schwabe studierte Musikpädagogik  und Psychologie an der Universität Leipzig und habilitierte sich auf dem Gebiet der Musiktherapie, wo viele Jahre sein Hauptbetätigungsfeld lag. Orgel studierte er bei dem ehemaligen Universitätsorganisten Prof. Robert Köbler und bei Prof. Wolfgang Schetelich in Leipzig.
Er gründete 1992 die Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen, deren Leiter er bis 2005 war, und hat zahlreiche Fachpublikationen auf dem Gebiet der Musiktherapie veröffentlicht.
Der vielseitig begabte und tätige Künstler schreibt außerdem belletristische Texte und widmet sich als Maler neben der Landschaftsmalerei und –graphik auch der Verbindung von Musik und Malerei. Seit 1995 entstanden von der Musik inspirierte Bilderzyklen zu Bachs „Kunst der Fuge“, zu Arien aus der Johannespassion, zur „Geistlichen Chormusik“ von Heinrich Schütz, zu Chorwerken von Anton Bruckner und zu Mozart-Sinfonien.

Im September 2020 wurde Christoph Schwabe für sein Lebenswerk mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Fotos: Daniela Koppe / Ulrike Haase / Uta Gau

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Der Musiktherapeut Dr. Christoph Schwabe

Interview mit Christoph Schwabe

Externer Link zu Youtube
https://youtu.be/rU5GX6LNXrY

Interview mit Christoph Schwabe anläßlich des 9. Symposiums künstlerischer Therapien in der Altenarbeit 2016. Das Interview führte Ulrike Haase, Leiterin der Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen.

Dr. Christoph Schwabe ist der Begründer der Musiktherapie in ganz Deutschland.
In der Abteilung Psychotherapie und Neurosenforschung der Klinik für Psychiatrie an der Leipziger Universität unter Leitung der Chefärztin Christa Kohler entwickelte Schwabe in den 1960er Jahren das erste klinisch orientierte Methodensystem der Musiktherapie in der gesamtdeutschen Psychotherapielandschaft. Das Konzept befindet sich seit seiner Entstehung in einem fortwährenden Entwicklungsprozess, der den Herausforderungen der Praxis im klinischen und außerklinischen Bereich Rechnung trägt. 1990 gründete Schwabe dafür die Fach- und Berufsvereinigung „Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung Ost (DMVO e. V.)“, die seit 2006 den Namen ihres Begründers „Deutsche Musiktherapeutische Vereinigung zur Förderung des Konzeptes nach Schwabe (DMVS e.V.)“ trägt. Mit der „Akademie für angewandte Musiktherapie Crossen“ hat sich der Verein seit 1992 eine eigene Ausbildungsstätte  geschaffen, die Schwabe bis 2005 leitete und ihr seither als stellvertretender Leiter zur Verfügung steht.
An diesem privatrechtlichen Institut werden Studierende aus ganz Deutschland erfolgreich nach der Schwabe-Konzeption ausgebildet. Christoph Schwabe ist Ehrenvorsitzender der DMVS e.V. und Verfasser zahlreicher Fachpublikationen.

Der Maler und Musiker

Christoph Schwabe hat sich seit seiner Leipziger Zeit (ab 1958) unermüdlich für die Förderung von Kunst und Kultur eingesetzt. Er ist ein vielbegabter Mensch auf den Gebieten der Musik, Malerei und Literatur. Seit 1977 lebt er in Thüringen im Altenburger Land und hat sich hier besonders für die Förderung der Kultur im ländlichen Raum und für die Rettung historischer Orgeln engagiert (z. B. in Selka bei Schmölln). Zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Lesungen kennzeichnen sein unermüdliches Wirken bis heute. Immer wieder bringt er Menschen im Sinne der Kunst und Kultur zusammen, z. B. im Zusammenschluss malfreudiger Laien in der Vollmershainer Schmiedegilde“.
In den Jahren 2006 und 2007 schuf er zwanzig Gemälde für die Emporenfelder der Dorfkirche von Porschendorf.   … mehr ansehen

Als Musiker gestaltet Christoph Schwabe Konzertabende auf Orgel, Cembalo, Clavichord und Klavier, sowohl in seinem heimatlichen Fachwerkhaus, einer alten Schmiede in Ostthüringen, als auch in Kirchen und Konzertsälen im In- und Ausland.

Christoph Schwabe: Mondnacht

Christoph Schwabe: Mondnacht

Der Autor

Schmiedegarten Vollmershain

Foto: Daniela Koppe

Veranlassungen

Es gab drei Veranlassungen, zunehmend andere Texte und immer weniger wissenschaftliche zu schreiben:

Die erste war, ich verlor die Lust an wissenschaftlichen Texten, weil ich damit konfrontiert wurde, dass das keinen Sinn mehr hatte. Das war die Umbruchzeit zum Mauerfall.

Die zweite Veranlassung war eine Folge der Regulativen Musiktherapie (RMT), die ich entwickelt hatte: Die damit verbundenen Wahrnehmungsübungen öffneten mir das Interesse an bisher erlebten Nebensächlichkeiten. Diese in Sprache zu bringen, war für mich eine Neuentdeckung.

Und schließlich drittens entdeckte ich im Umfeld der Vollmershainer Schmiede eine andere und weitere Kultur als die bisher bekannte Leipziger Stadtkultur, die war reich, tief, voll mit Überraschungen – historischen und gegenwärtigen, rau, abstoßend und anziehend zugleich.

So entstanden im Laufe von fünfundzwanzig  Jahren mehr als zwanzig Bücher über die mitteldeutsche Kulturlandschaft.

Text: Christoph Schwabe